Mittwoch, 26. Januar 2000
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Kerikeri-Auckland-Port Waikato
Mit dem Rauschen der Brandung eingeschlafen und aufgewacht. Strahlend blauer Himmel und der Blick über den Pazifik versüßen das Aufstehen. Wir beschließen Frühstücken zu gehen. Spritzen noch eben den Wagen ab und setzten unseren Weg fort. Ziel ist wiedereinmal Kerikeri und wir fahren die Touristroad weiter, die uns am Abend zuvor hierher gebracht hatte.

Welch ein Erlebnis: Die ungeteerte Straße schlängelt sich über küstennahe Hügel und Berglein und gibt immer und immer wieder den Blick auf das Meer mit zahlreichen vorgelagerten Cavalli Islands frei, dass man am liebsten eines der vielen Angebote annehmen und sich hier ein Fleckchen Land kaufen möchte. Die Hügel, die Küste, das Meer und die Inseln. Darüber die offenbar typischen Wolkenfetzen des NZ Himmels. Unser Tipp für die Entdeckung NZ nördlich von Auckland: die Straße nach Cape Reinga und dieser Geheimtipp.

Zurück auf der 10 holen wir nun endlich unser Gepäck (reichlich lädiert, aber endlich in unseren Händen), frühstücken um 14 Uhr in Kerikeri Nachos und fragen uns zu einer Britz-Vertragswerkstätte durch (zwecks des Gases). Die machen aber nur die Elektrik und wir beschießen daher zunächst unsere Tour in Richtung Süden fortzusetzen. Kerikeri ist ein gar nicht so verschlafenes Dorf in dem die Menschen sicherlich alle an einem Vitaminüberschuss leiden. An jeder Hausecke sind Holzverschläge, an denen man sich Orangen, Pfirsich, Apfel, Avocado etc. nehmen kann und lediglich das Geld in einen Schlitz schmeißt. Es gibt hier sogar ein Avocadofest! Noch in Kerikeri treffen wir an einer Shell Tankstelle auf NZ freundlichsten Tankwart. Der NZ Dialekt ist teilweise schlechter zu verstehen, als der der Schotten. Seine Unterstützung gibt uns zumindest Gewissheit: Gas ist noch da und auch andere scheitern an dieser Aufgabe. Aber in Whangarei gibt es eine Werkstatt. Gut, wir brechen auf und sind nach einiger Zeit auch schon da. Hier wird uns erklärt, für was der rote Schalter im Cockpit ist (hatten wir uns ja auch schon gefragt...) und schon geht der Ofen.

Unser nächstes Ziel sind die Glühwürmchen Höhlen bei Waitomo. Das soll neben Rotorua unser letztes Ziel auf der Nordinsel sein. Man hatte uns versichert, dass wir die schönsten Orte hier besucht hätten und wir sollten unsere Zeit für die Südinsel sparen. Nach einem Abstecher zum Airport von Auckland (Britz) geht's über die 1 nach Süden. Auch in einem Land wo nur Wälder und Rinder zu leben scheinen, gibt es eine Rushhour. 18 Uhr ist eine schlechte Zeit zum Durchqueren von Auckland. Da heute endlich gekocht werden kann, suchen wir einen nahegelegenen Campground auf.

Bei Port Waikato gibt es ein sauberes, aber unsympathisches Motorcamp. Die 40 km Anreise lohnt sich unter zwei Gesichtspunkten: Auf 2/3 des Weges gibt es mehrere weitläufige Weiden mit allerlei Viehzeug. Man darf hier Animalfarm in Original ohne Untertitel erleben: Schweine grunzen, Rinder brüllen, Enten schnattern, Hunde bellen, Pferde wiehern, Frösche quaken... Das Land steht zum Teil unter Wasser und die Tiere waten z.T. durch den Sumpf. Deine Szene wie aus dem Paradies oder aus einem Kinderbuch.
Am Ende der Straße liegt der Sunset Beach. Ein endloser Strand mit fantastischen Wellen (zum Reiten). So durften wir den Tag mit Sonne über dem Meer beginnen und Sonne über dem Meer beenden. Endlich wurde unser Gaskocher zum Einsatz gebracht. Es gab ein superleckeres und billiges NZ Fleisch vom "Mad Butcher".
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