Tag null... (Freitag, 21. Januar 2000)
Wort des Tages: responsible
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München-London-Singapur
6.55 Durchfall, 7.00 Wecker, letzte Dinge packen, 7.30 Papa ist da und um 10.20 soll der Flieger nach London gehen. Wir sind um 9.00 am Flughafen, wechseln ein wenig Geld, nachdem wir unser Gepäck aufgegeben hatten. Alles perfekt: unsere Koffer sollen wir erst in Auckland wiedersehen. Lufthansa sei Dank. Die Welt ist so schön; wir warten.

Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. Um 10.10 wird den Wartenden offenbart, dass das Flugzeug für den Flug noch nicht eingetroffen ist - schlimmer noch, es hat den Flughafen in Berlin noch nicht einmal verlassen. Um 11 könnte man mehr erfahren. Nervöse Zeitgenossen (solche mit Anschlussflügen - so wie wir) können sich ggf. um alternative Flüge umsehen. Gerade als wir auf den BA-Flug um 11.35 umgebucht hatten, kommt das "gecancelt" für unseren ursprünglichen Lufthansaflug. Am Gate D versuchen derweil BA-Leute 120 Passagiere auf 28 freie Plätze zu verteilen. Das dauert seine Zeit - ist aber nicht so schlimm, denn die BA-Maschine ist um 11.35 noch nicht in Sicht. Unsere Zeitreserve (geplant waren 3 Stunden Aufenthalt in London) beginnt zu schmelzen. Wir müssen bis 12.30 München verlassen, um den Flug nach Auckland zu erreichen. Kurz nach 13.00 sind wir in der Luft. Wenn er sich beeilt, können wir gerade noch von Gate zu Gate laufen und erreichen den NZ - Flug um 14.30 noch.

Um 14.25 hat die Maschine britischen Boden unter den Rädern. Kaum 20 min. später laufen wir durch den Airport Heathrow. Dieser Flughafen mit dem Charme eines Eisenwalzwerkes ist so groß, dass Busse von A nach B verkehren. Das ist aber unerheblich, denn man ist nie da wo man sein sollte. Die Maschine nach NZ steht vielleicht noch am Gate, auch wenn man uns schon im Vorfeld alle Hoffnung nahm (Auskunft des Flight Attendant: "You must be realistic. There are 400 people on this flight. They won´t wait for two..."). Erfahren werden wir das aber nie. Der NZ-Schalter ist schon zu und das Personal am UA-Schalter wagt keine genaue Aussage: "Ich glaube, der ist schon weg." Außerdem, wer nicht 45 min. vor Abflug da ist, hat eh keine Chance. Der Typ am BA-Schalter prüft erst einmal - nein, nicht ob die Maschine evtl. noch auf uns wartet - nein ob er "responsible" ist. Und kommt zum Schluss: "BA is not responibel. Ask the NZ counter. Good luck!" Auf den Bildschirmen steht nichts und in den Computer sehen will auch keiner.

Nach sinnlosen hin-und-her Gerenne geben wir auf. Was jetzt? Wo ist unser Gepäck? Wie kommen wir weiter? BA kann uns nicht helfen. UA hat auch nur den Tipp: LH-Schalter im Transit-Center. Wo geht's zum Bus? Welcher ist es? Der zum Transit-Center! Zu welchem!!! Zum dem Transit-Center? Aha: LH-Transit-Center 2! Busfahren mit Stau. Bus-Customs-Exit! Falsch!!! Zurück - upstairs. Zum zweiten mal durch die Schleuse - zum 20ten mal Passport - LH-Schalter - Sprechen Sie deutsch? Can I help you? - Sprechen Sie deutsch? Can I help you? - Der Flug war mit BA? Sind wir da "responsible"? Nein, ab zum Ticketschalter nach draußen... Vorbei am Guard, durch die Immigration, wo sind die Ticketschalter??? Downstairs. Anstellen - Geschichte zum x-ten mal erzählt - ab zum LH-Schalter. Endlich finden wir einen Menschen, der sich unser annimmt. Sind wir "responsible"? Naja, das Reisebüro, die Flüge, "man hätte, dann wäre, ich befürchte"... "Ich frag noch mal - Schlagartig tritt Entspannung ein. LH ist responsible. Das Gepäck wurde bis Auckland eingecheckt, daher ist LH für die gesamte Reise zuständig. Dann geht alles ganz schnell. Alternative Flugroute nach einer Übernachtung auf Kosten der LH. Zum Dank gibt's Blumen. Ab in den Shuttlebus zum Sheraton. Essen, baden, schlafen. Singapur ist mal was Neues. In LA waren wir ja schon...
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